Das VW Konzern

Volkswagen, kurz VW, ist der wichtigste Automobilhersteller in Deutschland. Mit dem VW Golf, Polo, Tiguan, Touran und Sharan liefert der Autobauer aus Wolfsburg unter anderem die erfolgreichsten Modelle der letzten Jahre. Aber denken wir ein paar Jahrzehnte zurück, dort rollten noch ein VW Käfer oder ein Bulli auf der Straße. Der VW Käfer wurde mittlerweile durch den Beetle ersetzt und auch die Cabrio-Version von damals hat einen Nachfolger. Erst kürzlich führte VW die neue Version des Golf Cabriolets ein.

Aber denkt man heute an Volkswagen, fallen einem nicht nur die VW Modelle ein, sondern auch die weiteren Automobilhersteller aus dem Konzern. So umfasst der Volkswagen Konzern viele weitere Automarken, dazu zählen neben VW auch Audi, Skoda und Seat.

VW ist so erfolgreich wie schon lange nicht mehr, in den vergangenen beiden Jahren lag der Marktanteil bei rund 21 Prozent. Für das aktuelle Jahr legt VW sogar noch einen drauf, denn momentan erreicht VW einen Anteil von 22 Prozent (Januar bis Juli 2011). Insgesamt kommt VW auf 413.426 Neuzulassungen im Jahr 2011.

Dieser Erfolg hat selbstverständlich einen Grund, denn kein anderer Hersteller startete so offensiv ins neue Jahr. Zum einen erschienen die STYLE Sondermodelle mit Unterstützung von Karl Lagerfeld, der VW Eos und Passat wurden eingeführt und umfassend beworben. Der neue VW Jetta wurde mit einer großen Kampagne ausgestattet und das Golf Cabrio wurde genauso wie der neue Tiguan erst kürzlich präsentiert. Das soll es aber nicht gewesen sein, viele weitere Volkswagen Neuwagen stehen schon in den Startlöchern.

Die VW Geschichte

Als der Stuttgarter Konstrukteur Ferdinand Porsche im Juni 1934 den Auftrag über den Bau eines Automobil-Prototypens erhielt, hatte die Zukunft des Unternehmens Volkswagen begonnen. Der Bogen spannt sich über nunmehr 78 Jahre bis ins Jahr 2012. Aus dem "Volkswagen" des Ferry Porsche wurde der "Global Player" Volkswagen AG, einer der größten Automobilkonzerne der Welt. Das Marken-Portfolio der Wolfsburger reicht von A, wie Audi, über Bently, Bugatti, Ducati, Lamborghini, MAN, Porsche, Scania, Seat, Skoda bis hin zum Buchstaben "V", wie Volkswagen und Volkswagen Nutzfahrzeuge.

Das "Wiegenkind": ein "Volkswagen"

Das Firmenkürzel "GeZuVor" - für Gesellschaft zur Vorbereitung des Volkswagens mbh, Berlin - hatte nicht lange Bestand. Aus der nationalsozialistischen "Kraft durch Freude" (KdF) Organisation hervorgegangen, brachte sie immerhin den ersten Volkswagen auf den Weg. Die Herausforderung für Konstruktion und Produktion bestand in der Deckelung des Autoverkaufspreises unterhalb von 1.000 Reichsmark, denn es sollte ein Volkswagen werden. Das "Produktions-Vor-Werk" der Volkswagen GmbH entstand zum Jahresanfang 1938 in Braunschweig, gefolgt vom Volkswagenwerk in der Nähe von Schloss Wolfsburg bei Fallersleben. Der Zweite Weltkrieg durchkreuzte die ambitionierten Pläne (150.000 KdF-Wagen pro Jahr), und erst die britische Siegermachtstartete am 26. Mai 1945 unter eigener Regie mit den Wolfsburg Motor Works in die automobile Nachkriegsproduktion. Und so konnten erste Nachkriegskäfer ab 1946 gegen Vorlage eines Bezugsscheins zum Preis von 5.000 Reichsmark erworben werden. Von diesem Zeitpunkt an ging es kontinuierlich aufwärts. Die britische Besatzungsmacht übergab das Unternehmen in die Treuhand des Bundeslandes Niedersachsen.

Die Volkswagenwerk GmbH mit Firmensitz Wolfsburg konnte bereits im Jahr 1955 die Auslieferung des Käfers mit der "1-Million-Schleife" feiern. Seit August 1960 operiert das Werk als VolkswagenwerkAktiengesellschaft. Bereits im Jahre 1964 fand der für die weitere Entwicklung des VW-Konzerns so wichtige Zukauf der Auto Union GmbH statt, aus dem sich die Erfolgsmarke Audi entwickelte. Mit der Integration von NSU und der Markteinführung des Modells "K70" vollzog Volkswagen den radikalen Umbruch hin zum Frontmotormit Wasserkühlung in Verbindung mit Frontantrieb.

VW Golf toppt den Erfolgs-Käfer

Bereits im Jahre 1972 war´s geschafft: Mit exakt 15.007.034 gefertigten Fahrzeugen stellte Volkswagen mit seinem "Käfer" den Weltrekord des Ford "Tin Lizzy" ein. Doch bereits 2002 purzelte der Rekord erneut - dank einem Fahrzeug aus der eigenen Produktion. Der 1974 aufgelegte, 21,5-Millionste VW Golf lief vom Band. Ein bemerkenswertes "Golf"-Einzelgeschäft darf nicht unerwähnt bleiben: Im Jahr 1977 erhielt Volkswagen von der "VE Außenhandel Transportmaschinen" der DDR einen Einzelauftrag über die Lieferung von 10.000 Golf PKW. Golf-Derivate wie "Scirocco" und eine Produktabrundung nach unten - Polo und Audi 50 - ergänzten das PKW-Portfolio. Ab 1978 kam es im VW-Werk Emden zu einer denkwürdigen Neustrukturierung. Mit der Umrüstung auf das neue Mittelklassemodell wurde die "Käfer"-Produktion in Deutschland beendet. Dies bedeutete jedoch nicht dessen Produktionsende, denn die Fertigung wurde an den mexikanischen Produktionsstandort Puebloverlagert, wo das erste VW-Erfolgsmodell bis 2003 produziert wurde.

V.A.G: Vertriebsplattform für VW und Audi ...

Eine gemeinsame Vertriebsplattform für Volkswagen und seine erfolgreiche Konzerntochter Audi stand für das Jahr 1978 auf dem Aktionsplan. Unter dem Kürzel V.A.G strukturierte sich neben dem Vertrieb auch die ab sofort als V.A.G. Leasing GmbH operierende Leasing-Tochter. Es war dem Sohn des Mitbegründers der Auto Union vorbehalten, einen wegweisenden Schritt in die Unternehmens-Globalisierung einzuleiten. Nachdem sich Carl H. Hahn erste Meriten als Präsident der Volkswagen of America erworben hatte, übernahm er 1982 die Geschäfte in Wolfsburg.

... und Schritte in die Globalisierung

Unter Hahns Ägide übernahm VW 1986 die Mehrheit bei der spanischen Seat. Der Zukauf der Skoda Auto folgte im Jahr 1991. Doch der größte Coup gelang dem polyglotten Firmenlenker mit der Öffnung des chinesischen Marktes für Volkswagen. In zähen Verhandlungen mit der Bank of China , der Shanghai Tractor Automobil Corporation und der China National Automotive Corporation implementierte er 1985 die erste Montage-Straße für den VW "Santana" in China.

Mit Porsche-Enkel Ferdinand Piech folgte 1993 ein VW-Vorstand, der dem Konzern, wie kaum ein anderer, seinen Stempel aufdrückte. Parallel zu einschneidenden Rationalisierungsphasen in Einkauf, Produktion und Vertrieb, sorgt er für die Erschließung neuer Marktsegmente, für weitere konkurrenzfähige Modelle, neue Konturen für die Audi Mittel- und Oberklassentochter, und er komplettiert die Produktionsstandorte sowie die Riege der "schönen VW-Töchter" durch weitsichtige Zukäufe - darunter der psychologisch relevante von Porsche. Aber auch bei der Außendarstellung setzt der VW-Konzern weithin sichtbare und viel beachtete Zeichen. Dazu zählt die "gläserne Produktion" am Fertigungsstandort Dresden ebenso wie das zukunftsweisende Konzept der Wolfsburger "Autostadt" in Form eines Dienstleistungs- und Kompetenz-Zentrums. Damit ist der Volkswagen-Konzern für die Globalisierungs-Herausforderungen ordentlich aufgestellt.



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